| Kachelofen wichtiger Baustein der „Energie-Strategie Österreich“ |
| Mittwoch, den 14. April 2010 um 10:34 Uhr | ||
Sanierungspaket für Gebäude Steigerung der Energieeffizienz bedeutet zunächst einmal schlicht und ergreifend: Energie sparen. Die größten Einsparpotenziale bestehen im Gebäudebereich. Bei zwei Drittel aller Wohnungen in Österreich (3,5 Millionen) besteht ein Sanierungsbedarf. Daher ist es ein konkretes Ziel der Energiestrategie, dass die Sanierungsrate von derzeit 1,2 Prozent bis zum Jahr 2020 auf drei Prozent steigt. Derzeit werden jährlich 40.000 Gebäude saniert, bis 2020 sollen es nach diesem Regierungsplan 110.000 jährlich werden. Dadurch wären 2020 rund 700.000 bzw. 20 Prozent der Wohnungen saniert. Schwerpunkte dieser Sanierungen sind Wärmedämmung und alternative Heizkonzepte. Denn die zweite Komponente der Effizienzsteigerung ist natürlich die technologische Weiterentwicklung aller Energiesysteme. Auch der Kachelofen ist so gesehen ein Energiesystem, dessen Effizienz gewisse Steigerungspotenziale beinhaltet. Das hat die Branche schon immer im Auge gehabt und erfolgreich an der Weiterentwicklung des Wirkungs- und des Nutzungsgrades gearbeitet. Die Forschungsergebnisse der zum Verband gehörenden Versuchs- und Forschungsanstalt der Hafner (VFH), der Entwicklungsabteilungen der Zulieferindustrie und der universitären und außeruniversitären Partner werden von den Hafnern handwerklich umgesetzt und helfen so bei der Erreichung der in der Strategie definierten Ziele. Noch mehr Holz für Wärme Schon jetzt hat Holz die fossilen Energieträger Heizöl und Erdgas als bisherige Spitzenreiter beim Heizen abgelöst. Das war der erste Schritt in die Strategie des Ausbaus erneuerbarer Energieformen. Dieser Ausbau fußt laut Strategiekonzept auch auf einer noch stärkeren Nutzung der Biomasse zur Wärmegewinnung. Der Kachelofen, der bereits jetzt in unserem Land in knapp 13 Prozent aller Haushalte für Wärme sorgt, wird mit Scheitholz beheizt und leistet damit einen beachtlichen Beitrag. Darüber hinaus soll die Wasserkraft um 12,6 Petajoule (PJ) ausgebaut, die Windkraft bis zum Jahr 2020 verdoppelt (plus 10 PJ) und die Gebäude-integrierte Photovoltaik vorangetrieben werden. Schon jetzt liegt Österreich bei der Nutzung erneuerbarer Energieträger im EU-Vergleich hinter Schweden, Lettland und Finnland an vierter Stelle, was unter anderem auf unsere beiden wichtigsten Ressourcen für diesen Bereich zurückzuführen ist: Waldreichtum und Wasserkraft. Langfristige Verfügbarkeit Die beiden heimischen Energiepotenziale Holz und Wasser sind es auch, die für Versorgungssicherheit sorgen sollen. Das gegenwärtige Energiesystem ist geprägt von einem steigenden Energiebedarf, von einer starken Abhängigkeit Österreichs von Öl- und Gasimporten aus politisch teilweise instabilen Regionen und von einem steigenden Preistrend auf den Energiemärkten, der durch die weltweit zunehmende Nachfrage verursacht wird. Die wiederum sind auf die Verknappung der Ressourcen zurückzuführen. Deshalb setzt die Strategie einerseits auf eine generelle Energieeinsparung in allen Bereichen und andererseits besonders bei der Wärmebereitstellung auf eine bessere Nutzung des Potentials „forstlicher Biomasse“. Damit sind Scheitholz und alle Holznebenprodukte gemeint.
Für die Energiestrategie Österreich wurden bereits erschlossene und zukünftige forstliche Biomassepotenziale eingehend analysiert. Dabei kam heraus, dass auf der Basis nachhaltig nutzbarer Holzeinschlagsmengen eine Energiemenge von 50 Petajoule (PJ = 1 Billiarde Joule) zur Verfügung steht. Durch die Nutzung von Holz in den privaten Haushalten und den in den letzten Jahren realisierten Ausbau der Biomassekraftkraftwerke wurden bereits 25 PJ dieses Potenzials erschlossen. Zusätzlich stehen daher noch einmal weitere 25 PJ aus forstlicher Biomasse zur Verfügung, die primär im Bereich Wärme eingesetzt werden können und sollen. Damit könnte man zum Beispiel alle privaten Haushalte in Wien für knapp sieben Monate – also mehr als eine Heizperiode – mit Raumwärme versorgen. Klima- und Energieziele sind erreichbar (Quelle:Österreichischer Kachelofenverband) |
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